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geschrieben von Johanna Walz am 29.10.2021

Bundesfinale der Landschaftsgärtner in Erfurt

Hallo zusammen, hier ist wieder Johanna und ich freue mich, euch diesmal einen Einblick in das Highlight meiner bisherigen Zeit im GaLaBau zu geben. Denn in diesem Blogbeitrag möchte ich von der Teilnahme meiner Teamkollegin Lisa und mir am Bundesfinale der LandschaftsgärtnerInnen in Erfurt Ende September berichten.

Ca. drei Wochen vor Wettkampf wurde eine Entwurfsskizze des Bauwerks an die Teams verschickt, von der ablesbar war, dass unter anderem mit Wasser, Holz und Naturstein gearbeitet werden muss. Da wir in unserer Firma selten mit Naturstein arbeiten und ihn noch seltener auch vor Ort bearbeiten, durften Lisa und ich bei einem Kurs der überbetrieblichen Ausbildung unsere Kenntnisse erweitern. Dort konnten wir ebenfalls Ausführungspläne aus den vorherigen Jahren mit den vorhandenen Materialien zur Übung nachbauen.

Zwei Wochen später ging es am Donnerstagmorgen los und Stefan, unser Referent für Nachwuchswerbung, hat uns an einem gut gelegenen Bahnhof eingesammelt. Vier Stunden später waren wir bei der BUGA in Erfurt angekommen, wo wir mit den Teams aus anderen Bundesländern darauf warteten, unsere Werkzeuge in einem Container verstauen zu können. Nach einem kleinen Rundgang über das Gelände und dem Check-In ins Hotel ging es zur offiziellen Begrüßung. Dort wurden vor dem Abendessen die Ausführungspläne und das Leistungsverzeichnis ausgeteilt, sodass die Aufregung langsam aber sicher stieg. Wir haben unsere Gedanken schriftlich festgehalten und fühlten uns nach einigen Malen des Durchlesens gut vorbereitet.

Am Freitag ging der Wettkampf kurz vor neun Uhr los und da jede Art von Baustelle von unten nach oben gebaut werden sollte, fingen wir mit dem Einmessen und Auskoffern des Teiches an. Als sich herausstellte, dass wir bereits nach 20 cm Substrat auf den darunterliegenden Rasen stießen, mussten wir die bis dahin markierten Höhen inkl. des Nullpunktes anpassen und uns darauf einstellen, am nächsten Tag noch einiges an Material zu schippen. Die 25 cm hohen Rasenkantensteine sollten laut Plan mit Bettung und Rückenstütze eingebaut werden, was mit der Menge des gestellten Schnellmischbetons nicht möglich war. Dies fiel uns aber erst nach der Hälfte der Teicheinfassung auf und nachdem sich herausstellte, dass keine weiteren Eimer vorhanden waren, musste Lisa mit viel gutem Willen die Steine zum Halten bringen.

Ich habe nach der anfänglichen Zusammenarbeit damit angefangen, die Sandsteine für die eine der zwei Mauern zu bossieren. Die Steine mit den Maßen 60x20x18 cm waren recht schwer und bei der Bearbeitung musste ich besonders bei den Ecken darauf achten, nicht zu fest, sondern lieber mehrmals von allen Seiten zuzuschlagen. Gemeinsam haben wir die bearbeiteten Steine an ihren Bestimmungsort getragen und kurz nach dem Mittagessen waren wir mit den beiden Arbeiten fertig.

Als Nächstes kam die Bearbeitung der Trittplatten aus Sandstein, die wegen ihrer teils unvorhersehbaren Bruchstellen Lisa einige Kopfschmerzen bereiteten, und der Bau einer Trockenmauer aus Schiefer, was für mich das erste Mal darstellte. Trotz aller Schwierigkeiten versuchten wir, unsere gute Laune und Motivation beizubehalten, was bei der hohen Belastung immer schwieriger wurde. Wir haben also die Zähne zusammengebissen und in den letzten beiden Stunden noch mit dem Holzsteg sowie der Pflasterfläche angefangen.

Am nächsten Tag beendete ich zunächst die Mosaik-Pflasterfläche, während Lisa mit dem Bau des Holzstegs beschäftigt war. Je weiter wir zum Ende unserer Bauabschnitte kamen, desto mehr konnten wir auch wieder zusammenarbeiten, wie beim Einbau der Unterkonstruktion des Steges oder der Fertigstellung des Teiches mit Folien und Kies. Mittlerweile war lautstarke Unterstützung angekommen, denn ca. 30 Mitarbeiter unserer Ausbildungsfirma hatten sich früh morgens auf den Weg gemacht und sorgten jetzt mit Anfeuerungsrufen für einen extra Kraftschub und Gänsehaut-Momente. So beendeten wir alle bautechnischen Arbeiten in guter Zeit und während der Teich mit Wasser befüllt wurde, fingen wir an, das fehlenden Substrat in der Fläche zu verteilen und die Pflanzen auszustellen. Je grüner das Baufeld wurde, desto größer wurde unsere Gewissheit, fertig zu werden und nach der Anstrengung der letzten Stunden machte die Arbeit richtig Spaß.

Unter großem Jubel und einigen Tränen der Freude und Erschöpfung beendeten wir um 15 Uhr den Wettkampf und warteten nun auf die Bewertung der Jury sowie die anschließende Siegerehrung. Bevor die ersten drei Plätze verlesen wurden, durften wir auf der Bühne ein kurzes Live-Interview zu unseren Erfahrungen der letzten zwei Tage geben. Nachdem während des Wettbewerbs immer wieder Filmteams vom MDR oder AuGaLa zwischen den Baufeldern unterwegs waren, hatten wir diesbezüglich schon ein bisschen Übung.

Abschließend hat es zwar nicht für das Treppchen gereicht, aber auf den vierten Platz hinter den großen Landesverbänden aus Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen sind wir sehr stolz.

Das Wochenende in Erfurt stellte auf jeden Fall einen Rausch an Eindrücken dar und ich könnte problemlos noch mehr berichten. Neben der Wettbewerbsaufgabe war die gesamte Rahmenveranstaltung mit gemeinsamen Mahlzeiten und dem Austausch mit anderen Auszubildenden sowie Planern und Organisatoren eine tolle Erfahrung, die mir lange in guter Erinnerung bleiben wird.

Bis zum nächsten Mal!

Eure Johanna

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