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geschrieben von Carina Hoffmann am 07.12.2020

Reinigung eines Pools

Hallo zusammen!

Noch eine ganze Zeit bevor die frostigen Temperaturen kamen, durfte ich das Team der Pool- und Teichpflege begleiten. Da ich finde, dass das Pflegen von Gewässern in Gärten viel Fachkenntnis und am besten noch Routine erfordert – das Thema aber trotzdem super interessant ist – möchte ich euch ein bisschen von dieser Arbeit berichten.

Schwimmteiche und Naturpools reinigen sich durch einen biologischen Kreislauf.
Die hohe Wasserqualität geht aus einem System hervor, bestehend aus einer Oberflächenabsaugung und Pumpen, welche das Teichwasser in ein Filterbecken drücken. In diesen sogenannten Filterbecken befindet sich mehrkomponentenhaltiges Filtersubstrat, welches vom Wasser durchströmt wird. Dieser Kreislauf funktioniert das ganze Jahr und filtert so Tag für Tag das Wasser. Deshalb ist es sinnvoll, den Filterkies bei Zeiten zu reinigen. Der Vorgang des Reinigens wird als Rückspülen bezeichnet und ist vor allem vor der Winterruhe des Pools besonders wichtig. Im Optimalfall reinigt man zweimal im Jahr, ein zweites Mal im Frühjahr.

Der Rückspülvorgang basiert auf dem Prinzip des sogenannten Blowerns. 
Bevor man jedoch mit dem Rückspülen beginnt, müssen unbedingt die Durchführungen vom Ansaugbecken zum Schwimmbereich mit Luftblasen abgedrückt werden, damit sich das spätere Schmutzwasser nicht mit dem sauberen Wasser im Schwimmbereich mischen kann. Zum Rückspülen gibt es in jedem Filterbecken Leitungen, die von der Oberfläche bis zum Grund des Filterbeckens und somit unter den Filterkies führen. An diese Leitungen werden die Blower angeschlossen und drücken somit ähnlich wie kleine Kompressoren die Luft unter den Kies.

Die Luftblasen müssen durch den Kies wieder an die Oberfläche und bringen somit Schmutz und abgestorbene Organismen an die Oberfläche. Durch die verursachte Wasserbewegung wird der Schmutz in das nebengelegene Ansaugbecken gespült, wo er sich erst einmal absetzen kann.

Für jede Leitung sollte man den Blower ca. 15 Minuten laufen lassen, damit so viel Schmutz wie möglich nach oben transportiert wird. Bei starker Verschmutzung sollte man den Vorgang für jede Leitung ein zweites Mal wiederholen. Ist das Blowern abgeschlossen, kann das Wasser aus dem Filterbecken gepumpt werden. Entweder durch eine fest installierte Pumpe, die nur für die Reinigung eingesetzt wird und das Wasser am Boden des Filterbeckens absaugt und zum Kanal leitet, oder durch eine externe Ansaugpumpe, die vom Team mitgebracht wird. Auch bei der zweiten Variante muss vom Boden des Beckens abgesaugt werden, wobei man durch eingebaute Schächte einen Schlauch zum Boden legen kann.

Sobald das Filterbecken abgepumpt ist, kann auch das Ansaugbecken leer gepumpt werden. Hierfür ist allerdings immer eine Tauchpumpe nötig. Wenn das ganze Wasser abgepumpt ist, kann man mit dem Reinigen des Ansaugbeckens starten. Nun sieht man am Boden deutlich, wie viel Schmutz tatsächlich aus dem Filterkies gespült wurde, da sich diese Verschmutzung am Boden des Ansaugbeckens absetzt. Mit einem Eimer und einem Schwamm lässt sich das restliche Wasser und der Schmutzfilm ganz gut entfernen. Nach dem gründlichen Säubern können die Becken wieder mit klarem Wasser befüllt werden.

Jetzt fehlt nur noch ein Schritt, damit alles für den Winter vorbereitet ist. Alle Leitungen und Pumpen, die im Winter stillgelegt und außer Betrieb genommen sind, müssen entleert werden, um mögliche Schäden durch Auffrieren zu verhindern.

So kann ein Naturpool ordnungsgemäß Winterruhe halten und im nächsten Jahr wieder Badespaß bereiten.

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